Ergebnisse
einer aktuellen Umfrage zu Einstellung und Verhalten
Wie impfen Allgemeinmediziner und Internisten?
Impfungen werden
im Wesentlichen von niedergelassenen Ärzten ausgeführt. Neben Pädiatern
erfüllen hier Allgemeinmediziner und Internisten als Hausärzte eine
wichtige Funktion. Da die Realisierung angestrebter Schutzimpfungen
ganz entscheidend von der Einstellung und dem Verhalten dieser Ärzte
beeinflusst wird, sind Daten dazu gefragt, die bisher kaum zur Verfügung
standen. Das EMNID-Institut hat im Zeitraum vom 10. bis zum 20. April
2000 150 niedergelassene Allgemeinmediziner und Internisten in den
alten und neuen Bundesländern ausführlich zum Thema Impfen befragt
(49 Ärztinnen, 101 Ärzte, 111 Allgemeinmediziner, 39 Internisten).
128 der befragten Ärzte praktizieren im alten Bundesgebiet, 22 hatten
ihre Praxis in den neuen Bundesländern. 78 Ärzte behandelten weniger
als 1 050 Patienten pro Quartal in ihrer Praxis, 61 Ärzte mehr als
1 050 Patienten. Die an dieser Stichprobe durchgeführte Untersuchung
vermittelt interessante und detaillierte Informationen zur aktuellen
Umsetzung der offiziellen Impfemp-fehlungen, zu Fortschritten und
noch zu lösenden Problemen:
Häufigkeit
von Impfungen
Durchschnittlich werden in den Praxen der befragten Ärzte 109 Patienten
pro Quartal geimpft. Dabei sind die Ärztinnen mit durchschnittlich
123 geimpften Patienten pro Quartal impffreudiger als ihre männlichen
Kollegen (103 geimpfte Patienten pro Quartal). Es wurden keine Unterschiede
zwischen ost- und westdeutschen Ärzten festgestellt (durchschnittlich
je 110 geimpfte Patienten pro Quartal). Allgemeinmediziner impfen
öfter als Internisten (116 versus 91). Die Impfrate von Praxen mit
mehr als
1 050 Patienten pro Quartal liegt mit durchschnittlich 152 Impfungen
deutlich höher als bei Praxen unter
1 050 Patienten pro Quartal (77 Impfungen). In einem Fünftel der größeren
Praxen werden mehr als 200 Patienten im Quartal geimpft.
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Abb.
1: Einstellung der befragten Ärzte zum Impfen (EMNID-Umfrage
April 2000)
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Beachten der
STIKO-Empfehlungen
Drei Viertel der befragten Ärzte gaben an, sich an die Empfehlungen
der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut zu halten
(Abb. 1). 24 % der Befragten wägen eigenständig ab, welche Impfungen
sie für sinnvoll halten. Die Akzeptanz der STIKO-Empfehlungen ist
bei Allgemeinmedizinern größer (78 %) als bei Internisten (68 %),
ebenso in Praxen mit mehr als 1 050 Patienten pro Quartal (83 %) als
in kleineren Praxen (70 %). Im Osten halten sich 95 % der Befragten
an die Empfehlungen der STIKO, im Westen 72 %. Insgesamt 1 % der befragten
Ärzte gaben an, nicht viel vom Impfen zu halten.
Zur Impfung
gegen Pertussis
Die meisten Säuglinge und Kinder werden von Pädiatern geimpft; dies
spiegelt sich in den Befragungsergebnissen wider. Nur 29 % der befragten
Ärzte impfen bis 6 Monate alte Säuglinge gegen Pertussis, 41 % Kinder
bis zum Alter von 3 Jahren, 38 % bis zu 12 Jahren. Jugendliche bis
zum Alter von 18 Jahren werden von 32 % der befragten Ärzte gegen
Pertussis geimpft. Gerade in dieser Altersgruppe ist der Anteil derer
sehr hoch, die keinen Basisschutz gegen Pertussis besitzen. Seit dem
Januar 2000 hat die STIKO ihre Impfempfehlung zu Pertussis auf Jugendliche
bis zu 18 Jahren ausgedehnt. Es scheint so, dass diese Empfehlung
bis zum Befragungszeitraum von vielen Ärzten noch nicht ausreichend
in die Praxis umgesetzt wurde bzw. dass die Argumente, die für eine
Auffrischung bzw. einen Aufbau des Pertussis-Impfschutzes bei Jugendlichen
sprechen, noch nicht allgemein bekannt oder akzeptiert sind. Es fehlen
allerdings Vergleichszahlen zum Zeitraum vor der neuen Impfemp-fehlung.
Andererseits zeigen die Ergebnisse dieser Befragung, dass ein Umdenken
eingesetzt hat und die Pertussis von den befragten Ärzten nicht mehr
ausschließlich als Problem des Kleinkindesalters angesehen wird.
Bis zur Wiedervereinigung gehörte die Pertussis-impfung in der DDR
zu den Impfungen mit deklarierter Impfpflicht, im alten Bundesgebiet
wurde sie von 1974 - 1991 nur sehr eingeschränkt empfohlen. Trotz
einheitlicher Impfempfehlung sind daher heute noch gewisse Unterschiede
erkennbar: In der Altersgruppe der Jugendlichen bis 18 Jahren werden
in den neuen Bundesländern von 46 % der befragten Ärzte Impfungen
durchgeführt gegenüber 30 % in den alten Bundesländern.
58 % der Internisten führen überhaupt keine Pertussisimpfung durch,
dagegen nur 28 % der Allgemeinmediziner. Dies wird auf die unterschiedliche
Patientenstruktur der Praxen zurückgeführt. Es ist zu beobachten,
dass weibliche Ärzte die Pertussisimpfung häufiger durchführen als
ihre männlichen Kollegen: 40 % der befragten Ärztinnen impfen Jugendliche
im Vergleich zu nur 28 % ihrer Kollegen.
Zur Pneumokokkenimpfung
Wenn Pneumokokkenimpfungen verabreicht werden, geben drei Viertel
der befragten Ärzte an, Personen über 60 Jahre (75 %) bzw. Patienten
mit chronischen Lungenkrankheiten (76 %) zu impfen. Hier sind keine
Unterschiede zwischen Allgemeinmedizinern und Internisten festzustellen.
Bei Personen mit anderen Grunderkrankungen wird deutlich seltener
zur Imp-fung geraten: Weniger als zwei Drittel der befragten Ärzte
impfen Diabetiker oder Patienten mit chronischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Noch seltener geimpft werden Personen mit Immundefizienz (42 %), Leber-
oder Nierenkrankheiten (37 %) oder Asplenie (33 %). Nur etwa jeder
fünfte Arzt (22 %) immunisierte Patienten vor immunsuppressiven Therapien
oder Organtransplantationen gegen Pneumokokken (Abb. 2).
18 % der befragten Ärzte führen die Pneumokokkenimpfung gar nicht
durch. In den größeren Praxen, aber auch in den neuen Bundesländern
wird gegenwärtig insgesamt häufiger gegen Pneumokokken geimpft. So
wird z. B. in den größeren Praxen Personen über 60 Jahre bzw. Patienten
mit chronischen Lungenkrankheiten die Pneumokokkenimpfung häufiger
verabreicht (86 %) als in den kleineren Praxen (64 %). Nur 10 % der
in großen Praxen tätigen Ärzte führen die Pneumokokkenimpfung grundsätzlich
nicht durch, in kleineren Praxen um 25 %.
Die Umfrageergebnisse zeigen, dass die Schutzimpfung gegen Pneumokokken
bisher überwiegend noch als Impfung für Ältere und Patienten mit chronischen
Lungenerkrankungen verstanden wird. Das ist einerseits positiv, denn
die Impfung wird erst seit März 1998 generell für alle über 60-Jährigen
von der STIKO empfohlen. Andererseits zeigt sich, dass schon seit
längerem (teilweise seit 18 Jahren) bestehende Impfempfehlungen für
Personen mit erhöhten gesundheitlichen Gefährdungen infolge bestimmter
Grundleiden über chronische Lungenkrankheiten hinaus immer noch nicht
ausreichend im Bewusstsein der Ärzte verankert sind: Es handelt sich
beispielsweise um die Pneumokokkenimpfung bei Patienten mit chronischen
Herz-Kreislauf-, Leber- und Nierenkrankheiten, Diabetes und anderen
Stoffwechselkrankheiten, Immundefizienz, Erkrankungen der Blut bildenden
Organe, funktioneller oder anatomisch bedingter Asplenie sowie vor
Beginn immunsuppressiver Therapien und vor Organtransplantationen.
Auch wenn die Pneumokokkenimpfung von den befragten Ärzten als sinnvolle
Schutzimp-fung für über 60-Jährige verstanden wird, belegen die tatsächlichen
Impfraten noch immer nicht ausgeschöpfte Möglichkeiten in einem beträchtlichen
Umfang. Eine EMNID-Umfrage unter Angehörigen der Zielgruppe (März
2000) zeigte, dass nach eigenen Angaben nur 8 % der Befragten dieser
Altersgruppe gegen Pneumokokken geimpft waren. Die verfügbaren Angaben
der Impfstoffhersteller über verkaufte Impfdosen sprechen gegenwärtig
für eine deutliche Zunahme der Gesamtzahl der durchgeführten Pneumokokkenimpfungen.
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Abb.
2: Empfehlung der Pneumokokkenimpfung durch die befragten Ärzte
nach Patientengruppen (EMNID-Umfrage April 2000)
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Zur Impfung
gegen Hepatitis B
Säuglinge und Kleinkinder werden in der Regel von Pädiatern geimpft.
Nur 26 % der hier befragten Allgemeinmediziner und Internisten impften
daher Säuglinge gegen Hepatitis B,
38 % führen diese Impfung bei Kleinkindern bis zu 3 Jahren und 65
% bei Kindern bis zu 12 Jahren durch. Dagegen immunisieren 87 % der
Befragten Jugendliche bis zu 18 Jahren gegen Hepatitis B. Dies zeigt,
dass die epidemiologisch belegte hohe Gefährdung der Jugendlichen
und jungen Erwachsenen grundsätzlich richtig eingeschätzt wird (bis
zu 60 % der Neuinfektionen mit dem HBV betreffen die Altersgruppe
20 - 39 Jahre). In einer EMNID-Umfrage von 1999 geben allerdings 45
% der Jugendlichen an, gegen Hepatitis B geimpft zu sein; tatsächlich
muss man aber davon ausgehen, dass nur etwa jeder dritte Jugendliche
zwischen 10 und 17 Jahren vollständig gegen Hepatitis B geimpft ist.
Insgesamt zeigt sich, dass die Hepatitis-B-Imp-fungen in dieser Altersgruppe
noch nicht konsequent genug durchgeführt werden. Zu der sehr wünschenswerten
Verbesserung der Impfraten können die Jugendlichen selbst, ihre Eltern
und natürlich die betreuenden Ärzte (Allgemeinmediziner, Internisten,
Pädiater) beitragen.
Medizinisches Personal sowie Dialysepatienten, Bluter und homosexuell
aktive Männer werden von einem sehr großen Teil der befragten Ärzte
als besonders gefährdete Gruppen (Risikogruppen) erkannt (94 % bzw.
74 %) und gegen Hepatitis B immunisiert.
Die Hepatitis-B-Infektion wird offensichtlich in ihrer Gefährlichkeit
richtig erkannt; nur 1 % der befragten Ärzte geben an, überhaupt keine
Hepatitis-B-Impfungen durchzuführen. Dieser Umfrage zufolge werden
die Empfehlungen der STIKO zur Hepatitis-B-Impfung von den befragten
Allgemeinmedizinern und Internisten weitgehend umgesetzt. Die Ursachen
dafür, dass die realen Impfraten erheblich schlechter sind, sollten
weiter untersucht werden.
Zur Impfung
gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR)
58 % der befragten Ärzte impfen Jugendliche gegen MMR, 60 % impfen
Kinder, 49 % Kleinkinder und 22 % auch Säuglinge. Wie bei anderen
Impfungen gibt es auch bei dieser Unterschiede zwischen kleineren
und größeren Praxen: In 61 % der größeren Praxen werden Kleinkinder,
in 76 % Kinder bis 12 Jahre geimpft, dagegen nur in jeweils 33 % der
kleineren Praxen. Die Impfung von Jugendlichen ist nicht abhängig
von der Praxisgröße (57 % bei kleineren, 60 % bei größeren Praxen).
Mehr als ein Drittel (37 %) der Ärzte in kleineren Praxen gaben an,
überhaupt keine MMR-Impfungen durchzuführen, bei größeren Praxen waren
dies nur 13 % der Befragten. Insgesamt gab jeder Vierte an, die MMR-Impfung
nicht anzuwenden. Bei den Internisten war dies jeder zweite (49 %),
bei Allgemeinmedizinern lag der Anteil bei 17 %. Dass die Allgemeinmediziner
die MMR-Impfung häufiger anwenden als Internisten liegt offensichtlich
daran, dass Internisten nur relativ wenig Patienten in der Zielgruppe
(Kleinkinder, Kinder und Jugendliche) haben. Dies wird dadurch bestätigt,
dass Internisten die MMR-Impfung umso mehr anwenden, je älter die
nachgefragte Gruppe ist (4 % bei Säuglingen, 15 % bei Kleinkindern,
32 % bei Kindern, 40 % bei Jugendlichen). Diese Tendenz ist bei Allgemeinmedizinern
nicht zu beobachten.
Das konsequente Zurückdrängen und schließlich das Eradizieren der
Masern ist ein erklärtes Ziel der deutschen Gesundheitspolitik. Seit
1991 empfiehlt die STIKO neben der ersten Impfung zwischen dem 12.
und dem 15. Lebensmonat eine zweite im 5. - 6., spätestens jedoch
bis zum 18. Lebensjahr. (Im Gegensatz zu anderen Schutzimpfungen dient
die zweite MMR-Impfung nicht der Vervollständigung einer individuellen
Grundimmunität, sondern dem sicheren Schließen von Immunitätslücken,
die z. B. durch in Einzelfällen unterbliebene Serokonversion nach
der ersten Impfung entstanden sind). Nach der geltenden STIKO-Empfehlung
vom Januar 2000 kann die zweite MMR-Impfung bereits 4 Wochen nach
der ersten verabreicht werden.
Die Impfrate der ersten MMR-Impfung zum Zeitpunkt der Einschulung
wurde in einer größeren Erhebung mit 88 % ermittelt (1998). Zum gleichen
Zeitpunkt lagen die Impfraten der zweiten Masernimpfung bisher noch
erheblich niedriger (15 - 40 %). Weitere Fortschritte im Masern-Bekämpfungsprogramm
hängen insbesondere auch von guten Ergebnissen bei der Durchführung
der zweiten MMR-Impfung ab. Die Ergebnisse der hier vorgestellten
Befragung zeigen, dass die Empfehlung zur zweiten MMR-Impfung, die
- soweit sie nicht vorher gegeben wurde - bei Jugendlichen erfolgen
muss, noch nicht im notwendigen Umfang angenommen wird; die Anteile
der Praxen, in denen die Impfung bei Jugendlichen prinzipiell durchgeführt
wird, sind noch recht gering. Erfahrungsgemäß erfolgt die erste MMR-Impfung
im Kleinkindesalter überwiegend beim Pädiater. So würde man in den
Praxen der befragten Allgemeinmediziner wesentlich höhere Anteile
geimpfter Jugendlicher als Kleinkinder erwarten (gegenwärtig sind
die Anteile fast gleich). Die Zukunft wird zeigen, ob die neue Möglichkeit,
die zweite MMR-Impfung schon nach 4 Wochen durchzuführen, die Impfrate
steigern wird.
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Abb.
3: Anlässe zur Überprüfung des Impfstatus durch die befragten
Ärzte (EMNID-Umfrage April 2000)
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Abb.
4: Gewünschte Unterstützung oder Arbeitshilfen zum Thema Impfen
(EMNID-Umfrage April 2000)
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Abb.
5: Wie erfahren die Patienten von der Impfberatung? (EMNID-Umfrage
April 2000)
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Zur Handhabung
der Überprüfung des Impfstatus
84 % der Ärzte überprüfen den Impfstatus im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen,
71 % bei Neuzugang eines Patienten, 26 % auch anlässlich von Reisen
und Verletzungen bzw. Unfällen. Die Empfehlung der STIKO, bei jedem
Arztbesuch den Impfstatus zu prüfen, befolgen nur 11 % der befragten
Ärzte; 4 % gaben an, den Impfstatus routinemäßig in regelmäßigen Abständen
zu überprüfen (Abb. 3).
Wie informieren
sich die Ärzte über die aktuellen Impfempfehlungen?
Die Mehrheit der befragten Ärzte informiert sich über Fachzeitschriften
(87 %) oder offizielle Mitteilungen des Robert Koch-Institutes/der
STIKO/des ÖGD (70 %). Über die Hälfte der Ärzte (56 %) informiert
sich außerdem auf Kongressen und Fortbildungen. Informationen durch
Firmenvertreter und Pharmareferenten werden von 17 % der Ärzte als
für sie wesentlich angegeben.
Mehr als zwei Drittel der Befragten wünschen sich Arbeitshilfen zum
Thema Impfen: 85 % wünschen sich Rundschreiben der STIKO
zu Impfempfehlungen, 79 % Informationsmaterial für Patienten, 73 %
Materialien zur ärztlichen Fortbildung, 70 % spezielle Poster zum
Aushängen in der Praxis, 68 % Fortbildungsseminare, 66 % Anleitungen
zur Patientenberatung und 36 % Hilfe bei der Einrichtung von Recall-EDV-Systemen
(Abb. 4).
Zur Handhabung
der Impfberatung
Die subtile Information und Beratung zu emp-fohlenen Impfungen durch
die Ärzte hat an Bedeutung gewonnen. Die Umfrage macht Möglichkeiten
und Wege einer weiteren Verbesserung auf diesem Gebiet sichtbar. 45
% der Ärzte stufen die Impfberatung im Rahmen des Betriebes ihrer
Praxis als wichtig, 21 % sogar als sehr wichtig ein. Vier von fünf
befragten Ärzten (79 %) beraten ihre Patienten aktiv zum Thema Schutzimpfungen,
jeder fünfte überläßt die Ini-tiative allerdings seinen Patienten.
Eine aktive Beratung zum Impfen praktizieren fast 85 % der Allgemeinmediziner,
aber nur 66 % der Inter-nisten. Der Anteil der aktiv Beratenden ist
bei weiblichen Ärzten (86 %) höher als bei männlichen (76 %). In den
neuen Bundesländern beraten 93 % der Ärzte aktiv, im alten Bundesgebiet
dagegen nur 77 %. Hier besteht gegenwärtig noch ein signifikanter
Unterschied. Die aktive Beratung hängt auch von der Praxisgröße ab:
Unter den Ärzten in größeren Praxen beraten 86 % aktiv, bei den Ärzten
in kleineren Praxen nur 76 %. Jüngere Ärzte beraten häufiger aktiv
als ältere (unter 50-Jährige: 83 %, über 50-Jährige: 75 %).
95 % der Ärzte geben die aktuellen Impfempfehlungen im Gespräch beim
Arztbesuch weiter, 72 % informieren über Aushänge z. B. im Wartezimmer.
Mehr als die Hälfte der Ärzte (54 %) bieten die Impfberatung ausdrücklich
als besondere Serviceleistung an, 34 % bieten diese Leistung nur auf
Anfrage an. 34 % der Ärzte, die Impfberatung als besondere Serviceleistung
anbieten, machen auf die Impfberatung über Aushänge aufmerksam. Jeweils
31 % informieren im Gespräch und auf Nachfrage. 12 % der Befragten
machen gar nicht darauf aufmerksam bzw. gehen davon aus, dass die
Patienten diesen Service kennen (Abb. 5).
Quelle:
EMNID-Umfrage Impfen, durchgeführt vom 10.04. - 20.04.2000
bei Ärzten bestimmter Fachrichtungen im Auftrag von Aventis Pasteur
MSD, Leimen. Grundlage dieses Beitrages ist eine Aufbereitung der
Umfrageergebnisse durch die Cramer-Gesundheits-Consulting GmbH, Frankfurt
am Main, für deren Überlassung wir Frau Tanja Martinovis und Frau
Donate Schreiner danken. Das Unternehmen bietet weitere Informationen
zur Umfrage und zum Thema Impfen an (Bolongarostr. 82,
65929 Frankfurt am Main; Tel. 069/31405351 oder 069/31405320). (Epidemiologisches
Bulletin 45/2000)
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Schleswig-Holsteinisches
Ärzteblatt
1/2001
S.
54 - 58
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