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Medizin und Wissenschaft

Am Rande
  • Vor etwa 100 Jahren hat der Lübecker Chirurg, Otto Roth, zusammen mit Heinrich Dräger das weltweit erste Anästhesiegerät entwickelt und in der Folge wurde die Reihe bahnbrechender Neuentwicklungen auf dem Gebiet der Anästhesie- und Beatmungstechnik fortgesetzt.
    So war es fast selbstverständlich, dass sich der 34. Kongress für Biomedizinische Technik Ende September in Lübeck in seinem ersten Teil diesem Gebiet widmete.
    Der Tagungspräsident, Prof. Dr. rer. nat. Ewald Konecny, Direktor des Instituts für Medizintechnik der MUL, legt Wert auf den Schulterschluss zwischen der universitären Forschung und der Industrie. In diesem Punkt sind in Schleswig-Holstein die Weichen richtig gestellt: In der Arbeitsgemeinschaft für Medizintechnik in Schleswig-Holstein (AGMT) sind Industrieunternehmen des Landes mit den Hochschulen zu einem aktiven Forum mit Sitz in Lübeck zusammengeschlossen. Die Landesregierung hat die Medizintechnik zu einem der zentralen Gebiete der Wirtschaftsförderung erklärt und das Ministerium für Wirtschaft, Technologie und Verkehr hat für die Förderung des Medizintechnikprojektes PROTIS ca. eine Million Mark zugesagt, dessen unmittelbare Empfänger die MUL in Lübeck und die CAU in Kiel wie die FHL in Lübeck sein werden. (hps)
  • Neben anderen bekannten Anlauf- und Beratungsstellen will jetzt auch der „Verein für Umwelterkrankte Bredstedt e. V.“ seine Beratungen bundesweit anbieten. Persönlich stehen als Ansprechpartner die neue 1. Vorsitzende Antje Reetz aus Kiel und ihr Vertreter Horst Klug aus Kiel zur Verfügung. Sie sind postalisch zu erreichen unter der Vereinsanschrift:
    Husumer Str. 43 in 25821 Bredstedt oder telefonisch unter 0431/3198274 (Reetz) oder 04671/2955 (Klug - Mo. bis Fr. 17:00 - 19:00 Uhr).
    Der Verein für Umwelterkrankte berät Patienten und deren Angehörige, die durch Umwelteinflüsse erkrankt sind. Darunter fallen die Krankheitsbilder „Multiple Chemical Sensivity (MCS)“ und „Chronic Fatigue Syndrome (CFS)“. Fachlich arbeitet der Verein mit dem Krankenhaus Nordfriesland in Bredstedt zusammen, das Umwelterkrankte ambulant und stationär behandelt. (hps/Husumer Zeitung)
  • Im August zitierte die „Norddeutsche Rundschau“ im Hinblick auf einen „heißen Herbst“ den Vorsitzenden der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein, Dr. Klaus Bittmann: „Wir werden die Leistungsmenge auf das begrenzen, was die Kassen bereit sind zu zahlen.“ Dem gegenüber sieht der AOK-Sprecher Dieter Konietzko dies als „Muskelspiele auf Kosten der Patienten“. Die Ärzte züchteten sich Patienten heran, die „immer mehr Leistungen nachfragen sollten“. Und der Sprecher des VdAK Lothar Thormälen: „Eine beamtenähnliche Alimentation hat keine Zukunft“. (hps)
  • Seit 1947 ist die Pharmafirma Pohl-Boskamp in Hohenlockstedt ansässig. Dies soll auch nach Auskunft der Firmenchefin Marianne Boskamp so bleiben. Unruhe gemacht hatte der Kauf einer Halle in Dägeling (Schleswig-Holstein) aus einem Konkurs. Pohl-Boskamp wird nach jetzigen Plänen lediglich seinen Versand mit 20 Mitarbeitern nach Dägeling verlagern, da diese Lösung bedeutend billiger ist als ein Neubau in Hohenlockstedt. (hps/Itzehoer Zeitung)
  • Der Alkoholtest durch die Atemanalyse ist nach einem Urteil des Amtsgerichts Köln zu ungenau (AZ: 810 Owi 5193/99). Das Gericht verwies im Urteil auf Studien, nach denen eine Atemalkohol-Konzentration von 0,25 mg/l sowohl bei 0,6 als auch bei 0,2 Promille Blutalkohol-Konzentration gemessen werden könne. Daher dürfe eine Atemalkohol-Konzentration von 0,25 mg/l nicht wie bisher mit einer Blutalkohol-Konzentration von 0,5 Promille gleichgesetzt werden. (hps/Eckernförder Zeitung)
  • Auf Beschluss des Oberverwaltungsgerichts Schleswig sollen alle Rettungsdienste des Landes in Zukunft so genannte Fehlfahrten in Rechnung stellen. Infolgedessen begann im August der Kreis Dithmarschen mit dem Versand der ersten Rechnungen. „Verherend wäre jetzt der Rückschluss von Bürgern, in künftigen Notfällen den Rettungsdienst aus finanziellen Gründen vorsichtshalber nicht mehr anzufordern“, erklärten Landrat Dr. Jörn Klimant und Krankenhausverwaltungsdirektor Harald Stender. Ihre Empfehlung: dem Angebot der behandelnden Notärzte und Rettungsassistenten zu folgen, und sich zumindest in eine ambulante Krankenhausbehandlung zu begeben. Somit ist eine „Fehlfahrt“ ausgeschlossen.
    Eine Fehlfahrt liegt allerdings vor, wenn beispielsweise bei einem Unfall vor Eintreffen des Rettungswagens der Verunfallte bereits verstorben ist. Die Angehörigen müssen dann mit Kosten bis zu rund 3 000 Mark rechnen. (hps/Dithm. Nachrichten/ Dithm. Zeitung)
  • Die Hamburger Marseille-Kliniken AG ist mit dem New Yorker Immobilienkönig Donald Trump eine Partnerschaft eingegangen. Somit wird dieser amerikanische Tycoon auch in Deutschland aktiv und dies sicher auf einem unerwarteten Feld. Das neu gegründete Gemeinschaftsunternehmen heißt „TD Trump AG“, nimmt jetzt seine Arbeit auf und hat seinen Firmensitz in Berlin. Dies teilten die Marseille-Kliniken, ein Anbieter privater Altenpflegeheime und REHA-Kliniken, der „WELT“ mit. (hps)

Schleswig-Holsteinisches

Ärzteblatt 11/2000

S.61 / 62

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