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Evaluation der Weiterbildung - ausführliche Informationen über das Projekt

Einleitung:

Die Weiterbildung zum Facharzt im Rahmen der ärztlicher Tätigkeit nach der medizinischen Hochschulaus­bildung dient einerseits der individuellen Spezialisierung in einem Fachgebiet, andererseits aber auch der Si­cherung der Qualität der ärztlichen Berufsausübung. Es ist eine der Kernaufgaben einer Ärztekammer, die Weiterbildung der Fachärzte(innen) von morgen langfristig sicherzustellen.

Gelegentlich wird unter anderem auch die Weiterbildungssituation in Deutschland dafür verantwortlich ge­macht, dass junge Ärzte aus der Patientenversorgung aussteigen, in andere Berufsfelder wechseln oder ins Ausland abwandern. Verlässliche Daten liegen allerdings nicht vor.

Der Vorstand der Bundesärztekammer hat beschlossen, gemeinsam mit den Landesärztekammer, eine zwei­jährliche Befragung über die Zufriedenheit mit der Weiterbildungssituation bei Weiterbildungsassistenten bei den Weiterbildungsbefugten durchzuführen.

Ziel der Befragung:

Anhand der gesammelten Daten sollen Stärken und Schwächen der Weiterbildung in den einzelnen Weiter­bildungsstätten erhoben werden. Die Ergebnisse sollen die Möglichkeit geben Verbesserungspotenziale zu erkennen und wahrzunehmen (z. B. Handlungskonzepte für strukturierte Weiterbildungsabläufe).

Die erhobenen Daten sind eine unverzichtbare Argumentationshilfe bei der innerärztlichen Diskussion aber auch im politischen Raum, um gegebenenfalls mit handfesten und belegbaren Daten ungerechtfertigten Behauptungen begegnen zu können. Andererseits kann damit möglicherweise aber auch die Diskussion über die Problematik von Weiterbildung in Zeiten der DRG's und einer allgegenwärtigen Ökonomisierung der Leistungserbringung versachlicht und einer Lösung zugeführt werden.

Durchführung des Projektes:

Im Abstand von 2 Jahren wird die Weiterbildungssituation durch Befragungen der Weiterbildungsbefugten und der Weiterbildungsassistenten analysiert. Dabei wird eine einheitliche Erhebungsform und Befragungs­methodik verwendet, wie sie in den Ärztekammern Bremen und Hamburg in den Jahren 2006/2007 anhand standardisierter Fragebögen bereits erfolgreich angewandt wurden.

Die Methodik lehnt sich an die seit über 12 Jahren praktizierten Studien in der Schweiz an, welche in Zusam­menarbeit mit der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETHZ) erfolgten.

Die Eidgenössische Technische Hochschule wurde von der Bundesärztekammer mit der Durchführung der Evaluation in Zusammenarbeit mit den Landesärztekammern beauftragt.

Befragung:

Es findet eine Befragung der Weiterbildungsbefugten und der Weiterbildungsassistenten statt. Bei den Befragungen handelt es sich um Online-Befragungen. Ein persönlicher Zugangscode ermöglicht den Zugang in ein Webportal.

Inhalte der Befragungen:

  • Weiterbildungsbefugte:

    Der Fragebogen für die Weiterbildungsbefugten enthält etwa 30 Fragen zu folgenden Themen:

    • Wochenarbeitszeit/ Aufteilung auf verschiedene Tätigkeiten
    • Arbeitszeitgesetz und Vereinbarkeit mit der Weiterbildung
    • Weiterbildungskonzept / („Curriculum“), Rotationen
    • Einschätzung der Motivation der Assistenzärzte
    • Fort- und Weiterbildungsbudget
       
  • Weiterbildungsassistenten(innen):

    Der Fragebogen für die Weiterbildungsassistenten(innen) umfasst Items zu 8 Themenkomplexen (gesamt etwa 100 Fragen):

    • Globalbeurteilung
    • Vermittlung von Fachkompetenzen
    • Lernkultur
    • Führungskultur
    • Fehlerkultur/Patientensicherheit
    • Entscheidungskultur
    • Betriebskultur
    • Evidenzbasierte Medizin

 

Ablauf:

Im Juni werden die Weiterbildungsbefugten von der Ärztekammer Schleswig-Holstein angeschrieben, um die Anzahl der in ihrer Weiterbildungsstätte zum aktuellen Zeitpunkt in Weiterbildung befindlichen Assistenten anzugeben und den Fragebogen auszufüllen.

Anschließend erhalten die Weiterbildungsbefugten die entsprechende Anzahl an Zugangscodes für die Online-Einwahl ihrer Weiterbildungsassistenten zur Teilnahme an der Befragung

Die Weiterleitung der Codes von den Weiterbildungsbefugten an die Weiterbildungsassistenten ist also unbedingte Voraussetzung für die Teilnahme der Weiterbildungsassistenten an der Befragung!

Für die Beantwortung der Fragebögen stehen den Ärzten etwa 6 bis 8 Wochen Zeit zur Verfügung. Zwei Erinnerungen zur Teilnahme an der Befragung sind geplant.

Zeitplan:

Nach Beantwortung der Fragebögen werden die Befragungsergebnisse von September bis November 2009 von der ETHZ (Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich) ausgewertet und analysiert. Das Schweizer Institut erstellt die sogenannten Befugtenberichte und die Benchmarks sowie die Länderrapporte für die Landesärztekammern und die Bundesärztekammer.

Die Ergebnisse werden Online (voraussichtlich Anfang 2010) für die Befugten über den persönlichen Zugangscode im Webportal für die jeweils eigene Institution einsehbar sein. Weiterhin werden für die Befugten die Ergebnisse (Mittelwerte) im Sinne eines Benchmarks innerhalb des eigenen Fachgebietes
auf Länderebene und im Bundesvergleich dargestellt.

Die Befugten sollen die Ergebnisse der Befragung ihren Weiterbildungsassistenten mitteilen und die Ergebnisse mit ihnen besprechen. Die Befugtenberichte dürfen nur mit Zustimmung der Befugten veröffentlicht werden.

Die Befugtenberichte, in denen der Weiterbildungsbefugte die Durchschnittswerte seiner eigenen Weiterbildungsstätte einsehen kann, erhält dieser übrigens nur, wenn mindestens 4 Assistenten aus seiner Weiterbildungsstätte an der Befragung teilgenommen haben. Die Ergebnisse gehen sonst nur in die allgemeine anonymisierte Auswertung für den Länder- und Bundesvergleich ein. Allerdings kann der Weiterzubildende in seinem Fragebogen die Einwilligung geben, dass seine Ergebnisse auch bei weniger als 4 ausgefüllten Fragebögen zur Rückmeldung an den Befugten herangezogen werden dürfen.

Auswertungen:

Die Auswertungen erfolgen durch die Eidgenössische Technische Hochschule in Zürich voraussichtlich bis Ende 2009 / Anfang 2010.

Die Benchmark-Gruppen gliedern sich in:

  • 51 Facharztgruppen entsprechend MWBO
  • 5 Gruppen Basisweiterbildungen
  • 1 Gruppe Hausärzte
  • 1 Gruppe Fachärzte
  • 1 Gruppe für Fachärzte aus sonstigen Bereichen

Ergebnisse der Befragung / Befugtenberichte / Analysen

  1. Bericht für die eigene Abteilung (Befugtenbericht)
  2. Benchmark innerhalb des eigenen Fachgebietes auf Länderebene
  3. Benchmark innerhalb des eigenen Fachgebietes auf Bundesebene

Die Antwortskalen richten sich nach dem Schulnotensystem:
1 - trifft voll und ganz zu
6 - trifft überhaupt nicht zu

Datenschutz:

Alle im Zusammenhang mit dem Projekt erhobenen und verwendeten Daten werden gemäß den gesetz-lichen Bestimmungen für den deutschen Datenschutz behandelt.

Bei der Verwendung der Daten wird dafür Sorge getragen, dass Rückschlüsse auf die Identität der befragten Ärzte, die sich in Weiterbildung befinden, nicht möglich sind.

In den Fällen, in denen eine Anonymität auf Grund geringer Teilnehmerzahl nicht gewährleistet werden kann, dürfen die Daten nur mit ausdrücklicher Einwilligung dieser Ärzte verwendet werden.

Motivation zur Teilnahme:

Für die wissenschaftliche Aussagefähigkeit dieser Evaluation, aber auch für den persönlichen Benefit (wie steht meine Weiterbildungsstätte da?) ist es wichtig, dass sich möglichst alle Weiterbildungsbefugte und Ärzte in Weiterbildung an dieser Umfrage beteiligen.

Ansprechpartner

Dr. med. Uta Kunze, MPH
Tel.: 04551/803 - 165
E-Mail: evaluation@aeksh.org
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